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Umweltmanagement

In vielen Firmen existiert bereits ein Umweltmanagementsystem (UMS) oder es wird neu eingeführt. Dabei bestehen verschiedene Möglichkeiten, wie so ein UMS aufgebaut werden kann. In Deutschland treten vor allem UM-Systeme nach ISO 14001 oder nach EMAS auf. Der Aufbau eines nach diesen beiden Regelwerken bietet den Vorteil, dass das Unternehmen durch Zertifizierung die Möglichkeit besitzt, die Wirksamkeit ihres UMS darzulegen.

Wozu ein Umweltmanagementsystem?

Ein UMS dient dem Management von Umwelteinflüssen einer Organisation. Hierzu zählen akute Umwelteinflüsse wie die Belastung der Umwelt durch Emissionen oder Naturschutzmaßnahmen. Weiterhin gehören aber auch potentielle Umwelteinflüsse zum UMS. Oftmals können solche potentiellen Umwelteinflüsse viel wichtiger sein als akute. Im Störfall, Beispielsweise bei Hochwasser oder Brand, können erhebliche Umweltschäden auftreten. Ein UMS hilft solche Risiken im Vorfeld zu erkennen und die geeigneten Vorbeugemaßnahmen zu treffen.

Umweltschutz oder Betriebsschutz?

Viele Menschen denken: „Ein UMS ist super, da wird etwas für die Umwelt getan!“
Viele Unternehmer denken: „Ein UMS ist Mist, das kostet uns nur Geld!“
In beiden Aussagen steckt Wahrheit drin und doch stimmen beide Aussagen nicht. Ein Betrieb mit UMS wird nicht automatisch zu einem „Grünen“ Betrieb. So gibt es Beispielsweise Atomkraftwerke mit UMS. Dennoch befindet sich ein solcher Betrieb auf dem Weg zu einem umweltfreundlicheren, denn ein UMS beinhaltet eine Selbstverpflichtung zu mehr Umweltschutz und das Bewusstsein für Umwelteinflüsse wird gestärkt.
Für die Einführung eines UMS wird selbstverständlich der Einsatz von Geld benötigt. Dennoch muss ein UMS einem Betrieb nicht unbedingt Geld kosten. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie ein UMS Gelder einsparen kann. Die angestrebte Schonung von Ressourcen führt zu geringerem Materialeinsatz und somit zu geringeren Kosten. Die geforderte Einhaltung von (Umwelt-) Rechten kann zur Einsparung von Strafzahlungen und Ordnungsgeldern führen. Der finanziell wohl wichtigste Punkt ist aber die Vorbeugung von Umweltschäden. Gerade durch das Umwelthaftungsgesetz (UHG) können auf einen Betrieb immense Zahlungen zukommen. Dabei muss dem Betrieb nicht einmal nachgewiesen werden, dass er für Umweltschäden verantwortlich ist; der Betrieb muss nachweisen, dass er die Umweltschäden nicht verursacht hat. Für diesen Nachweis ist ein UMS geeignet. Das UMS kann den Betrieb somit vor Existenzbedrohenden Zahlungen bewahren. In Anbetracht der geschilderten Situation ist die Frage wirklich gestattet, ob ein UMS dem Umweltschutz oder dem Betriebsschutz dient. Schlussendlich haben beide einen Vorteil, die Umwelt und der Betrieb.

EMAS oder DIN EN ISO 14001

Die meisten UMS in Deutschland sind entweder nach der Norm EMAS oder nach DIN EN ISO 14001 aufgebaut. Beide Regelwerke stimmen größtenteils überein. Welches Regelwerk für eine Organisation die sinnvollere ist hängt hauptsächlich von der Zielgruppe überein, der man die Umweltkonformität der Organisation darlegen will. Wenn eine Organisation nicht darauf angewiesen ist ihre Umweltkonformität nachzuweisen, sie also kein Zertifiziertes UMS benötigt, so kann sie ihr UMS auch nach anderen Managementsystemen aufbauen.

DIN EN ISO 14001

Die Norm DIN EN ISO 14001 stellt eine Internationale Norm dar, die Weltweit anerkannt wird. In einer Organisation, die nach dieser Norm arbeitet, stellt die oberste Leitung ihre Umweltpolitik auf und verpflichtet sich selber zur Einhaltung der Gesetze und zur Verbesserung ihrer Umweltleistungen. Durch eine Bestandsaufnahme der Tätigkeiten Techniken der Organisation inklusive Anlagen, Stoffe, Liegenschaften und der Umgebung, werden die Umweltaspekte und rechtlichen Ansprüche an die Organisation die ermittelt. Aus den ermittelten Daten werden Maßnahmen abgeleitet um rechtskonform zu arbeiten und die Umweltaspekte zu handhaben. Für die Einführung und Aufrechterhaltung des UMS nach DIN EN ISO 14001 muss die Organisation einen Beauftragten bestellen (Umweltbetriebsprüfer).

EMAS

Die EMAS (Eco-Management and Audit Scheme = EU-Öko-Audit Verordnung) ist eine Europäische Norm für ein UMS. In großen Teilen enthält die EMAS die gleichen Anforderungen wie die DIN EN ISO 14001. Ein wichtiger Unterschied ist, dass bei EMAS die Öffentlichkeit über die Umweltpolitik informiert werden muss. Die Wirksamkeit des UMS muss bei EMAS durch interne Audits, den Umweltbetriebsprüfungen, überprüft werden. Durchgeführt werden dürfen diese internen Audits nur von fachlich qualifizierten Umweltbetriebsprüfern.   

Besser DIN EN ISO 14001 oder EMAS?

Ob sich eine Organisation für DIN EN ISO 14001 oder EMAS als UMS entscheidet ist vor allem von den Anforderungen an die Organisation abhängig. Während international eher die DIN EN ISO 14001 gefordert wird, ist im europäischen Raum auch EMAS verbreitet. Da EMAS die Forderungen der Norm 14001 mit beinhaltet ist die EMAS die umfassendere Norm. Man sollte nur sicherstellen, dass die internationalen Handelspartner das auch so sehen. Ein weiterer Vorteil der EMAS beruht darauf, dass nach EMAS zertifizierte Unternehmen zum Teil gesetzliche Vorteile haben. Beispiele hierfür sind in der EMAS-Privilegierungs-Verordnung, im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), im Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und im Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) zu finden. Außerdem besteht bei EMAS-zertifizierten Organisationen die Möglichkeit der finanziellen Förderung durch verschiedene Förderprogramme.

Sollte bei Ihnen Beratungsbedarf zum UMS, zur DIN EN ISO 14001 oder EMAS bestehen, oder Sie benötigen eine Umweltbetriebsprüfer, so können sie mich gerne Kontaktieren.